Ich unterrichte im Rahmen eines über lange
Jahre bewährten Drei-Stufen-Systems.

In der Stufe " I " geht es um das Erlernen
der Grundformen. Hier unterrichte ich die Übungsformen sehr langsam und somit nach-
vollziehbar. Das Erlernen der natürlichen
Bewegung — Haltung, Spannung, Atmung — und der Aikidospezifischen Grundformen
sind Inhalte der Anfängerstunden. Es gibt
für Einsteiger keine Möglichkeit, an dieser
wichtigen Stufe vorüberzugehen. Die hier erlernten Basisformen sind Voraussetzung
für jeden weiteren Fortschritt.

Auch für Fortgeschrittene ist es wichtig,
sich immer wieder an den Grundformen zu
üben. Es darf Sie also nicht verwundern,
wenn Sie in den Anfängerstunden auch Fort-
geschrittene mit dem schwarzen Hosenrock (japanisch "Hakama") üben sehen. Sie wer-
den Ihren Einstieg unterstützen und damit erleichtern.

Der ungeübte Anfänger wird oft überrascht sein, wie sehr sich der analysierende und widerstrebende Geist den Ausführungen des Körpers widersetzt. Genau darin liegt dann
die Übung: die Harmonisierung von Körper
und Geist.

Ein japanisches Sprichwort sagt:
"Einer der Wege ist die Geduld".


In der Stufe " II " ist die Vertiefung und die
Erweiterung der Grundformen Inhalt des
Unterrichts. Hier lernt der Übende behutsam
und nachvollziehbar die Grundformen in die
aikido-typische Dynamik umzusetzen.


In der Stufe " III " kommt nun hinzu, das
die in den beiden ersten Stufen erlernten (Grund-) Formen immer mehr den Rang einer spirituellen Übung bekommen (müssen).
Diese Phase besteht darin, eine Vielzahl von Bewegungsabläufen über Jahre zu üben mit
dem Ziel einer immer größer werdenden Per-
fektion und Meisterschaft. Bis der Übende
an einen Punkt kommt, an dem er feststellt,
dass er einen Bewegungsablauf nicht macht,
sondern dass er aus ihm heraus geschieht.
Dann ist die Trennung von Körper und Geist
aufgehoben, und es kann jetzt allmählich
der äußere Weg zurücktreten zugunsten
eines Weges, der nach innen zielt.

Ein Überschreiten der erlernten Formen ist
nun möglich und sie bekommen einen indivi-
duelleren Charakter.

Es beginnt nun die Übung des inneren Weges.
Jedes Misslingen einer Übung ist jetzt nicht
mehr Ausdruck technischer Unzulänglich-
keiten, sondern das Resultat einer geistig-
seelischen Verfassung. Oder anders: Jedes
Wiederholen einer Übung beeinflusst das
Verhalten des Übenden. Aikido wird so zur
Selbsterfahrung und Meditation in Bewegung.

 
 
© Aikido-Dojo Köln Hans-Jürgen Klages